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Michael Ende

Zur Person:

Michael Ende Steckbrief:

Name:
Michael Andreas Helmut Ende
Geboren:
12.11.1929 in Garmisch-Partenkirchen
Gestorben:
28.08.1995 in Stuttgart

Familie:
Vater ist Edgar Ende, ein Hamburger Maler, Mutter ist Luise Bartholomä, eine temperamentvolle Frau

Kindheit:
Weil er so schnell wächst und das Taufkleid zu klein ist, verzichten die Eltern auf die Taufe.
Die Eltern ziehen nach München, weil sich die Bilder des Vaters dort besser verkaufen.
Michael leidet unter dem häufigen Streit seiner Eltern.

Schulzeit:
Vier Jahre Volksschule, dann Humanistisches Maximilians-Gymnasium. In der Sexta bleibt er sitzen. Er lernt reiten.
Mit dem Krieg und seinem Schrecken endet die Kindheit Michaels. Als Zwölfjähriger erlebt er den ersten Bombenangriff auf München. Die Erlebnisse während des Krieges prägen Michael Endes Denken ganz entscheidend: Er rechnet immer mit dem Schlimmsten.
Nach dem Krieg absolviert er die letzten zwei Jahre in der Waldorfschule in Stuttgart. 1948 er kauft sich eine Gitarre, lernt spielen und begleitet sich bei eigenen Gedichten und Chansons

 

Sein weiteres Leben:

1948
Besuch der Schauspielschule. Ende studiert sämtliche Theorien der modernen und klassischen Theaterkunst. Er kauft sich eine Gitarre und begleitet sich bei eigenen Gedichten und Chansons.
Er lernt seiner spätere Frau Ingeborg Hoffmann kennen. Sie unterstützt ihn in allem, diskutiert mit ihm über jede Seite und fördert Michael Endes Suche nach dem Zauberwort, das die Welt und das Leben wieder lebenswert macht. Beide engagieren sich für die Menschenrechte gegen die Wiederbewaffnung und für den Frieden.

1953 
Sein Vater trennt sich von der Familie. Michael muss für seine Mutter sorgen.

1956 
Es versöhnen sich Vater und Sohn. Michael schreibt jetzt Gedichte, in denen er Themen aus den väterlichen Zeichnungen oder Bildern in Worte umsetzt.

1964 
Michael Ende heiratet seine Frau Ingeborg Hoffmann in Rom.

1965 
Sein Vater stirbt, es gibt Erbschaftsschwierigkeiten.

1966 
Michael Ende kauft eine alte Vogtei und renoviert sie für sehr teures Geld.

1971 
Herr und Frau Ende ziehen nach Genzano, 25 km von Rom entfernt. Hier wohnen sie mit ihren Tieren: Hunden, Katzen und Schildkröten. Aus Dankbarkeit entsteht Momo.

1973 
Seine Mutter stirbt.

1985 
Seine Frau Ingeborg Hoffmann stirbt, er trauert sehr und zieht um nach München.

1988 
Michael erfährt, dass sein Steuerberater ihn betrogen, sowie in seinem Namen Schulden in Millionenhöhe gemacht hat. Er steht vor dem Bankrott. Verlag und viele seiner Freunde helfen. Er verkraftet diesen Schicksalsschlag wahrscheinlich nur, weil für ihn das Geld immer eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

1989 
Er heiratet seine zweite Frau, eine Japanerin, Mariko Sato.

1994 
Michael Ende erkrankt an Krebs

1995 
Am 1. September wird er in München auf dem Waldfriedhof begraben.

 

Werke:

seit 1943 verfasst er Gedichte und kleine Erzählungen

1946 
Denn die Stunde drängt ist Hiroshima gewidmet, wurde abernie aufgeführt.

1947 
Der Gaukler – ein Sonett

1960 
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, er bekommt dafür den Deutschen Jugendbuchpreis.
Er schreibt ein knappes Jahr an diesem Buch, will zwischendurch aufgeben, weil er nicht weiß, wie er weiter schreiben soll. Erst nach drei Wochen hat er eine zündende Idee und bringt das Buch zu Ende.
„Schriftstellerei ist – bei mir jedenfalls – in erster Linie eine Geduldsarbeit“

1962 
Jim Knopf und die wilde 13. Berühmt wird dieses Werk durch die Aufführungen der Augsburger Puppenkiste.

1967 
Der Spielverderber, komische Tragödie

1969 
Das Schnurpsenbuch, Nonsensgedichte und Zaubersprüche

1972 
Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte, Bilderbuch

1973 
Momo erscheint:
Bereits vor dem Umzug nach Rom hatte Michael Ende mit den Entwürfen zu Momo angefangen. Insgesamt dauert die Arbeit an diesem Roman sechs Jahre, da er immer wieder unterbricht und nur einzelne Szenen schreibt.
Es fehlt ihm lange Zeit die Antwort auf die Frage: Warum die grauen Herren allen Menschen ihre Zeit stehlen können, nicht aber Momo? Eines Morgens hat er dann die Lösung: Zeit stehlen kann man nur demjenigen, der Zeit spart, denn jemand, durch den die Zeit sozusagen immer hindurchfließt, der seine Zeit nicht festzuhalten versucht, der hat ja gar keine, die man ihm stehlen kann, da ist nichts zu stehlen. Damit war die Idee der Zeitsparkasse geboren, und auf einmal funktionierte die ganze Geschichte von vorn bis hinten.

1976 
Michael Ende schreibt Das Gauklermärchen als Puppen- oder Maskentheater.

1977 
Er beginnt mit dem Buch Die unendliche Geschichte.
Seine Idee: „Ein Junge gerät beim Lesen einer Geschichte buchstäblich in die Geschichte hinein und findet nur schwer wieder heraus.“ Michael Ende verspricht dem Verleger bis Weihnachten fertig zu sein, was er natürlich nicht einhalten kann. Zum Schluss muss noch über die Ausstattung des Buches verhandelt werden. Es ist kein normales Buch, sondern sollte „als richtiges Zauberbuch gestaltet werden: ein Ledereinband mit Perlmutt und Messingknöpfen.“ Man einigt sich schließlich auf einen Seideneinband, zweifarbigen Druck. Auf Fragen gibt Michael Ende zu erkennen: „Er will das Buch nicht interpretieren“

1978 
Das kleine Lumpenkasperle, Bilderbuch Lirum Laum Willi Warum, Bilderbuch Das Traumfresserchen, Bilderbuch

1979 
Die unendliche Geschichte erscheint und ist sofort ausverkauft. Michael Ende gibt viele Lesungen, aber der Erfolg belastet ihn mehr als er ihm Freude macht.

1981 
Der Lindwurm und der Schmetterling, Bilderbuch mit Noten

1982 
Die Schattennähmaschine mit zahlreichen Gedichten, ein aufwendig ausgestattetes Buch. 
Das Gauklermärchen Spiel in sieben Bildern

1983 
Ein Lesebuch, Der Spiegel im Spiegel

1986 
Premiere des Filmes Momo. Ende ist nicht sehr glücklich, da er mit zunehmendem Abstand die Verfilmung als eine Verharmlosung seiner Geschichte sieht.

1988 
Neuer Roman: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch wird gleich zum Bestseller, der weltweit auf Interesse stößt. Kunst und Politik, ein Gespräch mit Joseph Beuys. Der Spielverderber

1990 
Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel, Bilderbuch

1991 
Das Traumfresserchen wird uraufgeführt, ein Singspiel in sieben Bildern und sechs Zwischenspielen, zu dem Michael Ende ein eigenes Libretto verfasst hat.

1994 
Mamonella oder der Geist in der Flasche, ein Libretto für eine musikalische Aufführung bleibt unvollendet.

 

Zitate aus seinen Büchern:

Zitate aus: Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer.
"Du bist ganz auf dein Fingerspitzengefühl angewiesen. Überlege dir genau, ob du es tun willst. Ich könnte sehr gut verstehen, wenn du Nein sagst."
"Jim dachte noch einmal an den Scheinriesen und dass alles von Nahem besehen vielleicht gar nicht so gefährlich sein würde, wie es schien."
"Die Kinder saßen alle aufrecht da und wagten nicht sich zu bewegen. Sie hatten ihre Hände vor sich auf die Pulte gelegt und blickten mit angstvollen, verstörten Augen auf den Drachen."

Zitate aus: Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel.
"Nichts ist einfach auf dieser Welt, das solltest du dir beizeiten merken. Bei den Staatsgeschäften ist nichts einfach."
"Für sie (die Kinder) wäre die Sache ganz einfach gewesen. Aber sie hatten ja leider nicht zu sagen."
"Gemeinsames Unglück verbindet."
"Hunger hat schon so manchen zur Einsicht gebracht."
"Wenn die Leute satt sind, kann man leichter miteinander reden."

Zitate aus Momo.
"Was die kleine Momo wie kein anderer konnte, das war: zuhören. ... Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderern auf solche Gdanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme ... und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hätte, dass sie in ihm steckten."

Beppo Straßenkehrer über seine Arbeit:
"Man darf nie die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. ... Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

"Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. ... Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen - je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen."

 

Ein Rätsel:

"Drei Brüder wohnen in einem Haus,
die sehen wahrhaftig verschieden aus,
doch willst du sie unterscheiden,
gleicht jeder den anderen beiden.

Der erste ist nicht da, er kommt erst nach Haus.
Der zweite ist nicht da, er ging schon hinaus.
Nur der dritte ist da, der kleinste der drei,
denn ohne ihn gäbs nicht die anderen zwei.

Und doch gibts den dritten, um den es sich handelt,
nur weil sich der erste in den zweiten verwandelt.
Denn willst du ihn anschaun, so siehst du nur wieder
immer einen der anderen Brüder!

Nun sage mir: Sind die drei vielleicht einer?
Oder sind es nur zwei? Oder ist es gar - keiner?
Und kannst du, mein Kind, ihre Namen mir nennen,
so wirst du drei mächtige Herrscher erkennen.
Sie regieren gemeinsam ein großes Reich -
und sie sind es auch selbst! Darin sind sie gleich."

 
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